Im April besuchten beide Klassen die Bibliothek des Francisco Carolinum, wo ihnen von der Leiterin Mag.a Magdalena Wieser antiquarische Bücher aus mehreren Jahrhunderten vorgelegt wurden. Die Jugendlichen hatten die einmalige Gelegenheit, die Abbildungen in den selten gezeigten Werken aus nächster Nähe zu betrachten. Die zum Teil von Hand colorierten Drucke und ein besonders schön gestaltetes Manuskript zur Pflanzenbestimmung und waren für die Schüler:innen sehr inspirierend. Auch wie eine wissenschaftliche Bibliothek funktioniert, konnten sie dort lernen.
Mit Prof. Langauer bzw. Prof. Reisecker sowie unsererer Projektpartnerin Mag.a Gabriele Kainberger von der Landes Kultur GmBH besuchten die beiden Klassen das Biodiversitätszentrum, wo die Schüler:innen die Herbarsammlung kennenlernten und erfuhren, was für einen wissenschaftlichen Beleg wichtig ist. Unter fachkundiger Leitung bekamen sie auch Hinweise zum Sammeln und Pressen von Pflanzen. Anschliessend ging es in die Natur zum Sammeln, und zu Hause wurden die Fundstücke gepresst. Mit ihren Pflanzen arbeiteten die beiden Klassen dann unterschiedlich weiter. Die 6n erstellte im Biologiepraktikum sehr schöne Herbarbelege. Die 6z verwendete sie bei einem Cyanotypie-Workshop in der Zeugfärberei Gutau.
Cyanotypie ist eine Technik, bei der Papier mit einer lichtempfindlichen Flüssigkeit bestrichen, mit Gegenständen belegt und anschließend dem UV Licht ausgesetzt wird. Durch Auswaschen wird die photochemische Reaktion gestoppt, die belichteten Teile werden blau und die Formen erscheinen weiß. Ihr gestalterisches Können zeigten die Schüler:innen beim Auftragen der Emulsion ebenso wie bei der Auswahl und Anordnung der Pflanzen.
Im Rahmen des Monatsthemas - eine langfristige Hausübung, bei der ein künstlerisches Werk erarbeitet, der Gestaltungsprozess dokumentiert und kunsthistorische Bezüge recherchiert werden - beschäftigte sich die 6z ebenfalls mit dem Thema Pflanzen-Bilder. Dabei wählten die Schüler:innnen sehr unterschiedliche Zugänge und Techniken. Von Bleistift- und Farbstiftzeichungen über ein selbstgestaltetes Bestimmungsbuch bis zu einem nach eigenen Entwürfen handbestickten T-Shirt reichte die Vielfalt.
Studien von Tulpen in Kohle und beeindruckende Kaltnadel-Radierungen waren der künstlerische Beitrag der 6n. Die Linien der gezeichneten Entwürfe wurden in eine Rhenalonplatte eingegeritzt, Druckfarbe in die Vertiefungen gerieben, die überschüssige Farbe ganz oder teilweise wieder weggewischt und mit der Druckerpresse auf angefeuchtetes Papier gedruckt. Mit oder ohne Plattenton, mit schwarzer oder farbiger Tiefdruckfarbe, es wurde mit großer Begeisterung und viel gestalterischem Gespür gearbeitet.
Bei der abschließenden Präsentation am 29.6. zeigten die Schüler:innen im Klassenraum der 6n die entstandenen Werke sowie die aufwendig gestalteten Projektdokumentationen und berichteten von ihren Erfahrungen im Rahmen des Projekts. Besonders gefreut haben sie sich, dass auch die Projektpartner:innen vom Museum, die Klassenvorstände und Zweigkoordinator:innen, sowie Direktor Eder mit dabei waren.
Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und der oead.













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